Paper of the Quarter

Ist eine interessante Arbeit aus der Nephroplogie unter Beteiligung des iBiKE.

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Inzidenz akuter Nierenschädigung und assoziierte Mortalität im Krankenhaus

Dmytro Khadzhynov*, Danilo Schmidt*, Juliane Hardt, Geraldine Rauch, Peter Gocke, Kai-Uwe Eckardt, Kai M. Schmidt-Ott (*gemeinsame Erstautoren)

Dtsch Arztebl Int 2019; 116(22): 397-404; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0397

Inzidenz akuter Nierenschädigung und assoziierte Mortalität im Krankenhaus

Internationale Studien belegen, dass das Auftreten einer akuten Nierenschädigung ("acute kidney injury", [AKI]) bei Krankenhauspatienten mit Mortalität und Morbidität assoziiert ist. In Deutschland existieren bislang keine zuverlässigen Daten zur Inzidenz und Mortalität von AKI- Episoden bei Krankenhauspatienten. Auch ist die Wertigkeit administrativer Codierungen von AKI zur Identifikation von AKI-Episoden unklar.

In einer großen restrospektiven Beobachtungsstudie mit 103.161 Patienten (2014-2017) mit insgesamt 185.760 Krankenhausaufenthalten wurden AKI-Episoden auf Basis der in der klinischen Routine bestimmten Serumkreatinin- Messungen und der KDIGO-Kriterien analysiert. In 21,4% der Krankenhausaufenthalte kam es zu Episoden einer akuten Nierenschädigung. AKI-Fälle waren stadienabhängig mit Krankenhausverweildauer, renaler Morbidität und Gesamtmortalität assoziiert. AKI-Stadium 1 war mit einer Krankenhaussterblichkeit von 5,1%, Stadium 2 mit 13,7% und Stadium 3 mit 24,8% assoziiert. Nur bei 28,8% (N = 11.481) der durch Kreatinin-Kriterien identifizierten AKI-Fälle war eine entsprechende administrative Codierung einer akuten Nierenschädigung (N17) vorhanden. Auch kreatininbasierte AKI-Fälle mit fehlender administrativer Codierung waren signifikant und stadienabhängig mit erhöhter Mortalität assoziiert.

Insgesamt zeigt die Studie, dass AKI-Episoden im Krankenhaus häufig und mit erheblicher Morbidität und Mortalität assoziiert sind, aber unzureichend erfasst und vermutlich vielfach auch nicht wahrgenommen werden.

Dr. med. Dmytro Khadzhynov

Facharzt für Innere Medizin an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin der Charité.

Dipl.-Inform. Danilo Schmidt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geschäftsbereich IT und arbeitet in der Arbeitsgruppe Science- IT, sowie der AG Digitale Nephrologie.

Dipl.-Psych. Juliane Hardt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Beobachtungsstudien und Registerdaten am Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie (iBikE) der Charité.

Prof. Geraldine Rauch

Leiterin des Instituts für Biometrie und Klinische Epidemiologie (iBikE) der Charité und der AG Klinische Studien am Institut.

Prof. Kai Schmidt-Ott

Leiter des Standort CBF der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin der Charité sowie der AG Molekulare und translationale Nierenforschung am Max-Delbrück-Centrum.